Fazit

Die Prozessparteien erwarten, dass das Gericht auch beim Bauprozess den strittigen Sachverhalt beurteilt und durch einen gerechten Entscheid Recht spricht. Die Parteien werden in ihrer Erwartung aber enttäuscht: Eine gerechte Entscheidung lässt sich nicht immer finden. Die Chancen- und Risiken-Beurteilung des Gerichts bei den Vergleichsverhandlungen orientiert sich meistens an den Beweis- und Kostenrisiken.

Die Partei, die einen Bauprozess einzuleiten beabsichtigt, hat folgendes zu bedenken:

  • Gerechtigkeit ist nicht eine absolute, sondern nur eine relative Grösse
    • Ermessensfragen
      • In guten Treuen verschiedene vertretbare Beurteilungen
    • Beweisrisiken
      • Nicht mehr oder bloss ungenügend beweisbare Sachverhalte
        • Erheblichstes Prozessrisiko der beweisbelasteten Partei
  • Kosten- / Nutzenverhältnis
    • Betriebswirtschaftliche Denkweise
      • Detailabklärungen der strittigen Fragen sind oft kostenintensiv
      • Verhandlungsmasse bleibt meistens gleich gross, sodass mit fortlaufender Zeit und steigenden Kosten die Standpunkte noch mehr auseinanderrücken
      • Berücksichtigung der Prozess- und Vertretungskosten für die Weiterführung des Prozessverfahrens und Einkalkulierung beim Vergleichsvorschlag
    • Abweichen von Extremstandpunkten
      • Wesentliche von unwesentlich Streitfragen ausscheiden
      • Bewertung von Chancen und Risiken (zB in Prozenten und Schweizerfranken) oder durch Variantenbewertung mit Entscheidungsbaum-Methode
      • Versuch der gütlichen Einigung in den Einzelpunkten und dann im Gesamten
  • Einzelfallbeurteilung
    • Jeder Fall ist wieder anders
    • Daher lässt sich alles Weitere nicht verallgemeinern

Weiterführende Informationen

Drucken / Weiterempfehlen: